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Rafa Pérez (Spanien, 1957) hat einen sehr persönlichen Zugang zum Ton als künstlerischem Medium. Er verwendet das Material für seine schwarzen und weißen abstrakten Plastiken, aber auch für Wandarbeiten und sogar für Gemälde. Tatsächlich war die Malerei die Disziplin, mit der er den Kunstbereich betrat und die er auch heute noch praktiziert. Seine Zeichnungen fühlen sich unbeschwert an, mehr wie ein Spiel, bunt und abwechslungsreich, mit einer eigenen, sehr plastischen Sprache. Als ob sich der Künstler hier von den technischen Zwängen befreit fühlt, die der Ton denen auferlegt, die es wagen, einen sehr persönlichen Weg zu gehen.
Aber zurück zur Keramik: Pérez Kreationen finden ihren Platz in der Gruppe vereinzelter Keramiker, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Urgründe des Materials Keramik erforschen. Für sie ist Keramik nicht nur ein Handwerk, Ton nicht nur ein Material für figurative Arbeit, sondern sie sehen es als ein Medium an, das es dem Künstler ermöglicht, sich zurückzuziehen und das Material eine eigene Sprache sprechen zu lassen. Nackter Ton und natürliche Prozesse - so real, greifbar und unmittelbar - reichen aus, um abstrakt und verfeinert sehr zeitgenössische Bedeutungen zum Ausdruck zu bringen. Der Keramiker arbeitet hier wie ein Orchesterdirektor der Elemente, der die Richtlinien festlegt, aber er ist nicht der letzte Entscheider: er vertraut dem Team und kontrolliert nicht bis ins Letzte. Das Ergebnis ist teilweise unerwartet, da es von vielen weiteren Faktoren abhängt.Das verleiht den Arbeiten jedoch ein Plus an Vitalität und Tiefe.
Für Rafa Pérez ist diese Unberechenbarkeit einer der Höhepunkte seiner Arbeit: den Ofen zu öffnen und selbst überrascht zu sein. Um Bestand zu haben, muss jedes Werk ein neuer Fund sein.
Dieses Element des Erstaunens resultiert aus der Tatsache, dass seine Werke Erzählungen sind, die dem Betrachter ihre Geschichten der Transformation mitteilen. Unter den Händen des Künstlers entstanden, entwickelt sich jedes Stück unter dem Einfluss der Elemente und lebt ein Eigenleben. Ein Leben, das zwischen den Linien und Schichten der Plastik gelesen werden kann.
Seine Grundmaterialien sind scheinbar einfach: ein weißer Ton und ein schwarzer Ton. Und mit diesen zwei Elementen, deren Massen er selbst entwickelt hat, hat der spanische Künstler ein ganz persönliches Universum aufgebaut, das sich von geometrischen Kompositionen trennt. Der weiße Ton, ein niedrig brennendes Porzellan, das bis zu seinem vitrifizierenden Punkt gebrannt wird, ist die inerte Struktur, die Stützmauer, die den Plastiken Stärke verleiht und versucht, den sich ausdehnenden schwarzen Ton zu fassen, der sich im Brand aufbläht. Anstatt im Brand zu schwinden, wächst und dehnt sich dieser Ton aus, um eine unendliche Vielfalt an Texturen und Schattierungen zu bilden.
Pérez ist ein multidisziplinärer Künstler, obwohl Keramik sein Hauptmaterial ist, verwendet er Beton, Stahl, Gips oder Holz, um kreative Lösungen zu finden, um jede Zwangsjacke zu vermeiden und die Strukturen zu schaffen, die ihm am besten helfen, seine künstlerischen Ideen zu realisieren.
Die Ergebnisse sind Stücke mit einem bestimmten geologischen Echo, aber nicht so nahe an der Natur, um sie mit ihr zu verwechseln. Alles ist bis zum Äußersten getrieben und zeigt seine wahre Natur in diesen Künstlerplastiken. Pérez geht bis an die Grenzen des Materials, setzt die Materialien unter ungewöhnlichen Bedingungen und Kombinationen ein, um unterschiedliche Verhaltensweisen zu fördern. Aber die Werke von Rafa Pérez sind nicht das Ergebnis eines chaotischen Prozesses, der der Kontrolle des Künstlers entglitten ist, sondern sie sind das Ergebnis eines intensiven Prozesses des Experimentierens. Weit entfernt von einer wissenschaftlichen Herangehensweise folgt er dabei dem Weg der Intuition und Spontaneität, dem Versuch und Irrtum, in einer anarchischen Methodik, die von Leidenschaft, Freude am Lernprozess und einem sehr persönlichen Sinn für Schönheit und Ausdruckskraft geleitet wird.
Rafa Péres spielt bei der Suche nach Transzendenz oder Symbolismus mit der Abstraktion und sucht den plastischen Wert in einer klaren zeitgenössischen Sprache. Ein evokatives Spiel zwischen Freiheit und Technik, Kontrolle und Eigensinn, Natur und Kultur.
Rafa Pérez wurde 1957 in Haro (Spanien) geboren. Er studierte anfangs Volkswirtschaft in Bilbao, aber seine künstlerische Tätigkeit führte ihn nach Barcelona, um Malerei und Keramik zu studieren. Trotz der Isolation der spanischen Künstler während der Franco-Diktatur war der unkonventionelle Lebensstil der Stadt in den 70er Jahren ein Vorteil für die Entwicklung des jungen Künstlers, der sich durch Ton und Malerei neuen Ausdrucksmöglichkeiten eröffnete. Pérez, seit 2007 Mitglied der Internationalen Keramikakademie (AIC/IAC), ist heute einer der herausragendsten Keramiker der internationalen Szene. Er wurde in Europa und international ausgezeichnet und hat eine lange Liste von Ausstellungen und Teilnahmen an Konferenzen weltweit.
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