Die Galerie Marianne Heller in Heidelberg zeigt in ihrer Frühjahrsausstellung Arbeiten des
französischen Keramikkünstlers emmanuel boos zusammen mit Bildern des Münchner Malers
Günter Nosch.
boos (geb. 1969 in St. Etienne) erlernte die feine Kunst der Porzellantöpferei bei Maître d?art
Jean Girel, ehe er am Royal College of Art in London durch künstlerische Praxis promovierte
und anschließend an der Porzellanmanufaktur in Sèvres eine vierjährige Künstlerresidenz
innehatte. Er lebt und arbeitet in Mannheim und Paris.
boos stellt seine Porzellanmassen und Glasuren selbst her und erforscht seit zwanzig Jahren
deren Eigenheiten. Seine Leidenschaft gilt der keramischen Oberfläche: ihre Tiefe und
Farbigkeit begeistert ihn. In seinen Arbeiten der letzten Jahre geht emmanuel boos häufig von
Grundformen des Bauens und des Spiels aus: von Backstein, Pflasterstein und Würfel.
Die Arbeiten von emmanuel boos werden gewürdigt durch viele Auszeichnungen und u. a.
durch Ankauf der Kunsthalle Mannheim, und er zählt zu den Finalisten des Loewe
Foundation Craft Prize 2024.
Günter Nosch (geb. 1956 in Ulm), studierte Malerei und Freie Grafik an der Akademie der
Bildenden Künste München. Nach Staatsexamen und Diplom als Meisterschüler, ging er für
ein Jahr nach Wien, Madrid und New York, ehe er eine Werkhalle in München bezog. Seit
2023 lebt und arbeitet er in Weilheim in Oberbayern.
In Noschs künstlerischer Arbeit spielen, neben der Eigenwertigkeit der Farbe und der
Bedeutung der eigenen Handlung, Schrift und Zeichensysteme eine wichtige Rolle. Dass das
Denken Klang wird in Sprache - und Bild wird in Schrift, hat ihn immer fasziniert. In den
Werkgruppen "No Landscapes" und "Farbe schreiben" beschäftigt sich Nosch mit Horizonten
und Raum, mit Verdichtung und dem Licht der Farben. Für "Farbe schreiben" und
"Verabredetes Grün" war die Rakel das richtige Werkzeug. "Musik für Einstein" ist der
aktuelle Werkblock, in dem Tusche mit Papier auf Papier aufgetragene Notationen erzeugt,
die als Partitur unlesbar bleiben, dafür aber in ihrer Rhythmik und Feinheit Musik fürs Auge
werden.
(Textauszug, Barbara Hohenadl))